Archiv der Kategorie: Balance

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Eine Bank

Ausruhplatz in Skabu

Eine Bank

Eine Bank.
Gott sei Dank.
Sie lässt uns sitzen, sie lässt uns anhalten.
Ganz kurz nur ausruhen vor dem Weitergehen.
Wir schleppen oft so viel Gepäck mit uns herum.
Das wird manchmal schwer.
Also draufsetzen und geschehen lassen.
Die Welt im Anhalten neu betrachten.
Durchschnaufen ist ausdrücklich erlaubt.

Im Anhalten geben wir unseren Augen Zeit sich mal in Ruhe umzusehen.
Wo sind wir hier? Wohin wandert mein Blick?
Im Anhalten geben wir uns Zeit in uns zu spüren:
Wie geht es mir? Kann ich gut mit mir hier sein?

Eine Einkehr in diesen Moment.
Nachher ist er schon vorbei und vorhin hat es ihn noch nicht gegeben.
Die Füße baumeln. Die Luft einatmen.
Es gibt auch mal nichts zu tun.

Im Anhalten geben wir unseren Ohren Zeit zu lauschen.
Auf Vogelgezwitscher, Blätter im Wind, Stimmen? Wer ist alles hier mit mir?
Im Anhalten geben wir unserer Nase Zeit die Umgebung zu beschnuppern.
Welcher Duft liegt in der Luft? Wie fühlt sie sich in der Nase an? Warm oder kalt?

Die Bank.
Welch Dank, wenn sie auf dem Weg steht
und zum Anhalten einlädt.
Die Welt braucht definitiv mehr Bänke.

Lauf in den Mai

am Neckar

Lauf in den Mai. Das Tuckern eines kleinen Kutters mit einem Angler weckt Vertrautes. Erinnerungen, das Gefühl von Sicherheit, Kindheit, den Lauf der Dinge. Das Geräusch des Motors wirkt beruhigend, heimatlich. Da weiß einer, was er tut. Unaufgeregt. Alles im Griff. Im Fluss. Aufgeregte Gänse fliegen – vom Kirchturm – aufgescheucht und mit lautem Geschnatter über den Fluss. Die warmen Sonnenstrahlen wärmen meine Haut. Die kühle Feuchte des Morgens liegt noch in der Luft. Noch nicht ganz wach mit müden Augen, lauf ich los, es geht leichter als gedacht. Spüre meinen Körper, die Restwärme der Nacht. Die Sportschuhe am Fuß geht es in kleinen Schritten auf dem schmalen Weg am Fluss entlang. Kaum jemand ist unterwegs, es ist früh und Sonntag dazu. Perfekte Momente für mich. Leicht tanze ich dem Tag entgegen, noch nicht ganz sicher, ob ich schon bereit bin für das, was er bringen wird. Noch nicht bereit, ihm meine Arme zu öffnen und mich ihm entgegenzustrecken. Noch nicht bereit, mich dem Kommenden hinzugeben oder darüber nachzudenken, was alles zu tun ist. So lauf ich leer, schon am Morgen und es ist saugut. Spüre den Schweiß auf meiner Haut, auch gut. Spüre die Sonnenkraft, höre den lautstarken Gesang der frühen Vögel, sehe die Blütenpracht. Und reihe mich ein ins Zuhören und Staunen, ins Atmen und Schauen, ins Riechen und Vertrauen. Vertrauen in den Lauf, in meinen Lauf und den der Dinge. Noch nicht ganz wach im Menschsein. Das hat noch Zeit. Nichts fehlt, alles ist dabei im wunderfantastischen Morgenmoment im Wonnemonat Mai.